Vier Gemeinden gestalten die Zukunft des Landlebens
Trassem, Taben-Rodt, Kastel-Staadt und Waldweiler gehen mit dem Projekt „Start-up Kommune – Dorfschwärmer“ neue Wege in der kommunalen Entwicklung. Erste sichtbare Erfolge in beteiligten Orten zeigen sich bereits. Ziel des Projekts ist es, das Leben im Dorf nachhaltig, gemeinschaftlich und generationenübergreifend zu gestalten.
Gemeinsam stark – nach dem Saarburger Modell
Die Dorfmoderation (Startup Kommune) nach dem Saarburger Modell bildet das Herzstück des Projektes. Sie sorgt dafür, dass Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Zukunft ihres Dorfes mitarbeiten und konkrete Ideen in die Tat umsetzen können. Schon jetzt zeigen die ersten Maßnahmen, dass dieser partizipative Ansatz Wirkung zeigt. Unterstützt wird Starup Kommune dabei von unserem Verein, der sich hier mit dem Programm der DSEE „Engagiertes Land“ engagiert.
„Wir wollen zeigen, dass Dorfentwicklung nicht von oben verordnet werden muss, sondern von den Menschen vor Ort getragen werden kann und sollte“, betont unsere Geschäftsführerin Dr. Anette Barth. Das Projekt wird in Kooperation mit der VG Saarburg-Kell und der IKK Südwest umgesetzt.
Kastel-Staadt: Kommunikation der Zukunft
In Kastel-Staadt wurde inzwischen eine Dorf-App als modernes Kommunikationsmittel eingeführt. Sie ermöglicht schnelle Informationen über Neuigkeiten, Veranstaltungen und Mitmachmöglichkeiten im Ort. Das erste Dorftreffen mit rund 40 Teilnehmenden war ein voller Erfolg und markiert den Beginn einer neuen Phase des Miteinanders. Nun stehen alle in den Startlöchern.
Trassem: Digitale Innovation und demografischer Weitblick
Als Schwerpunktgemeinde setzt Trassem den Dorfentwicklungsbericht 2023 konsequent um. Mit der geplanten Einführung einer professionellen Dorf-App sollen die Bürgerinnen und Bürger künftig schnell und transparent erfahren, was sich im Dorf bewegt – und wie sie sich einbringen können. Parallel entsteht ein Mehrgenerationenplatz, der Begegnung und Bewegung für alle Altersgruppen ermöglicht. Ein engagiertes Umsetzungsteam begleitet beide Projekte.
Trassem reagiert auch auf den demografischen Wandel: Die Gemeinde geht davon aus, dass sich die Zahl der 70- und 80-Jährigen bis 2050 verdoppeln wird. Deshalb ist die Einrichtung eines Seniorenbeirats nach der Gemeindeordnung geplant, der die Interessen älterer Menschen vertritt – unter Einbeziehung jüngerer Generationen.
Taben-Rodt: Bürgerbeteiligung als Auftakt
Taben-Rodt befindet sich mitten in einer umfassenden Bürgerbefragung, mit der die Bevölkerung in die zukünftige Dorfentwicklung einbezogen wird. Ziel ist es, die Bedürfnisse, Wünsche und Ideen der Menschen zu erfassen und daraus konkrete Projekte abzuleiten. Damit folgt Taben-Rodt dem Leitsatz des Projekts: „Gestalten statt abwarten.“
Waldweiler: Vorreiter in Digitalisierung und Mobilität
Waldweiler zeigt eindrucksvoll, wie Digitalisierung und Lebensqualität Hand in Hand gehen können. Die professionelle Dorf-App ist bereits in Betrieb, Schulungen – insbesondere für ältere Bürgerinnen und Bürger – laufen erfolgreich. Zudem entsteht ein Gemeinschaftsgarten, dessen Finanzierung gesichert ist und dessen Bau in Kürze beginnt.
Ein weiterer Meilenstein ist der geplante „Teufelskopfexpress“-E-Bus, der ab Frühjahr die Mobilität älterer Dorfbewohnerinnen und Dorfbewohner verbessert. Er wird Fahrten zum Arzt, Einkaufen oder zu Veranstaltungen erleichtern und so zur sozialen Teilhabe und Selbstständigkeit im Alter beitragen.
Auch das Projekt „Langes Leben im Dorf“ hat in Waldweiler begonnen: Mit der Verteilung der SOS-Dose wurde ein wichtiger Schritt zur Sicherstellung schneller Hilfe im Notfall gemacht.
Vier Dörfer – ein Ziel: Langes Leben im Dorf
Die vier Gemeinden haben erkannt, dass aktive, lebenswerte Dörfer nur entstehen, wenn alle Generationen zusammenarbeiten. Trotz überwiegend ehrenamtlicher Strukturen vor Ort gelingt es, nachhaltige Ergebnisse zu erzielen – durch Engagement, Kreativität und Mut zum Neuen. Was hier entsteht, ist gelebte Daseinsvorsorge, Nachbarschaft und Zusammenhalt.
Begleitet werden sie dabei von einem Dorfmoderator, Alexander Ohlmann, der beim Lokalen Bündnis für Familie in der VG Saarburg-Kell e.V. für diese Aufgabe mit einer halben Stelle eingestellt werden konnte.
Kontakt
Lokales Bündnis Familie Saarburg-Kell
Projekt „Start-up Kommune – Dorfschwärmer“
E-Mail: dorfmoderation@kulturgiesserei-saarburg.de