Literatur lebt von Geschichten. Vor allem aber lebt sie von den Menschen, die sie schreiben, lesen und weitererzählen. Genau diese Begegnungen stehen im Mittelpunkt des ersten Saarburger Literaturfestivals, das am Sonntag, 2. August, in der Kulturgießerei Saarburg stattfindet.
Mit dem Festival entsteht ein neues Kulturformat für die Region. Statt einer klassischen Lesungsreihe erwartet die Besucherinnen und Besucher ein Festivaltag, der Literatur als gemeinsames Erlebnis versteht. Autorinnen und Autoren, Leserinnen und Leser, Buchbloggende und Literaturinteressierte kommen miteinander ins Gespräch, entdecken neue Bücher und erleben Geschichten dort, wo sie entstehen – im direkten Austausch.
Die Idee zum Festival entstand aus einer einfachen Beobachtung: Noch nie wurde so viel über Bücher gesprochen wie heute. Millionen Menschen tauschen sich in sozialen Netzwerken über Romane, Lieblingsautorinnen und Leseempfehlungen aus. Aus dieser Begeisterung entwickelte sich in der Kulturgießerei der Wunsch, Literatur wieder stärker in den realen Raum zu holen. Christin Weber, Auszubildende zur Veranstaltungskauffrau und selbst Buchbloggerin, brachte die Idee in einer Zukunftswerkstatt ein. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Alexander Becker entstand daraus Schritt für Schritt das Saarburger Literaturfestival. „Ich freue mich einfach auf die Menschen – auf den Austausch über das Lesen, über Geschichten und Erfahrungen“, sagt Weber.
Die Resonanz überraschte die Organisatoren. „Mit einer so großen Resonanz haben wir nicht gerechnet“, sagt Mitinitiator Alexander Becker. Innerhalb kurzer Zeit sagten Autorinnen und Autoren aus ganz Deutschland sowie aus der Region ihre Teilnahme zu.
Zu den Gästen gehören unter anderem Kristina Magdalena Henn, Mitautorin der erfolgreichen Ostwind-Reihe, die Bestsellerautorinnen Poppy J. Anderson und Michelle Schrenk sowie regionale Autorinnen und Autoren wie Birgit Herold, Werner Giesser, A. von Beck, Ansgar Sittmann und die gebürtige Saarburgerin Tanja Neise. Gemeinsam stehen sie für die Vielfalt der heutigen Buchwelt – von Kinderliteratur über historische Romane und Regionalkrimis bis hin zu Fantasy und Romance.






Wer das Festival besucht, erlebt weit mehr als Lesungen. Drei Bühnen verwandeln die historische Glockengießerei in einen literarischen Erlebnisort. In der Gießhalle und im Innenhof lesen die Autorinnen und Autoren aus ihren Werken, erzählen von ihrer Arbeit und kommen mit dem Publikum ins Gespräch. Auf der Vorlesebühne im Außengelände lesen zudem Gäste aus Politik, Gesellschaft und Kultur aus ihren Lieblingsbüchern vor.Durch den Tag führt die saarländische Autorin, Sängerin und Lektorin Tamara Leonhard, die die Lesungen und Gespräche moderiert. Ergänzt wird das Programm durch eine Literatur-Lounge, Büchertische, Signierstunden, kulinarische Angebote und musikalische Beiträge. So entsteht ein Festival, das Raum für Begegnungen schafft – zwischen Schreibenden und Lesenden, zwischen bekannten Namen und neuen Entdeckungen.
Die historische Glockengießerei Mabilon bietet dafür den passenden Rahmen. Wo über Generationen hinweg Glocken gegossen wurden, werden heute Geschichten erzählt. Mit ihrem industriellen Charme und ihren offenen Räumen schafft sie eine Atmosphäre, die Literatur nicht auf eine Bühne beschränkt, sondern Begegnungen ermöglicht.
Das Saarburger Literaturfestival versteht sich deshalb als Einladung an alle, die Bücher lieben – unabhängig davon, ob sie Vielleserinnen, Gelegenheitsleser oder gerade erst über BookTok oder Bookstagram ihre Freude am Lesen entdeckt haben. Die Veranstalter möchten ein Festival etablieren, das Menschen zusammenführt und Literatur als lebendige Kultur erlebbar macht.