Recherche zur Radikalisierung der AfD
Mit einer Lesung des Investigativjournalisten und Correctiv-Reporters Marcus Bensmann greift die Kulturgießerei Saarburg am 19. Februar 2026 ein aktuelles Thema der politischen Zeitgeschichte auf. Im Mittelpunkt steht sein Buch „Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst. Die ungeheuerlichen Pläne der AfD“, in dem Bensmann zentrale Ergebnisse jahrelanger Recherchen zur Entwicklung der Partei und zu Netzwerken der extremen Rechten in Deutschland zusammenführt.
Marcus Bensmann stellt sein Buch „Niemand kann sagen, er hätte es nicht gewusst. Die ungeheuerlichen Pläne der AfD“ vor. Darin analysiert er die politische Entwicklung der AfD von ihren Anfängen als eurokritische Partei bis hin zu Positionen, die in Teilen offen völkisch-nationalistische Züge tragen. Grundlage sind Recherchen des gemeinnützigen Netzwerks Correctiv, für das Bensmann seit Jahren tätig ist.
Das Buch dokumentiert öffentliche Aussagen, interne Strategiepapiere, personelle Verflechtungen sowie ideologische Bezüge innerhalb der Partei und ihres Umfelds. Ziel der Analyse ist es, Strukturen und Dynamiken sichtbar zu machen, die demokratische Grundwerte infrage stellen.
Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt Bensmann unter anderem durch seine Mitwirkung an der Correctiv-Recherche zum sogenannten Potsdamer Treffen Ende 2023, bei dem AfD-Politiker, Unternehmer und rechtsextreme Akteure über Remigrationskonzepte und politische Zukunftsvorstellungen diskutierten. Die Veröffentlichung der Recherche führte bundesweit zu Demonstrationen gegen Rechtsextremismus.
Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Fakten“ und ordnet sich in das Jahresmotto der Kulturgießerei Saarburg „Tanz auf dem Vulkan“ ein. Sie versteht sich als Beitrag zur politischen Bildung und zur sachlichen Auseinandersetzung mit aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen.
Tickets: Vorverkauf 20 €, ermäßigt 10 € für Schüler:innen und Studierende, Abendkasse: 23 €
Foto Marcus Bensmann: CORRECTIV_Ivo Mayr
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Die Reihe „Fakten“
Mit der Reihe „Fakten“ setzt die Kulturgießerei Saarburg ihre Auseinandersetzung mit zentralen gesellschaftlichen und politischen Fragen fort. Die Veranstaltungen widmen sich Themen, bei denen sachlich fundiertes Wissen, Einordnung und Differenzierung gefragt sind – insbesondere dort, wo öffentliche Debatten von Vereinfachungen, Desinformation oder Polarisierung geprägt sind.
Im Kontext des Jahresmottos „Tanz auf dem Vulkan“ steht die Reihe für den „Vulkan“: für politische Spannungen, historische Bruchlinien und aktuelle Herausforderungen demokratischer Gesellschaften. Die Veranstaltungsabende schaffen Raum für Information, Diskussion und Austausch und laden dazu ein, Entwicklungen kritisch zu betrachten und gemeinsam zu reflektieren.
Ausblick auf kommende Termine der Reihe „Fakten“
Am Montag, 9. März, um 19 Uhr ist der Autor und Aktivist Said Rezek zu Gast. In seiner Lesung „Bloggen gegen Rassismus – Wir holen uns das Netz zurück“ thematisiert er digitale Zivilcourage und stellt Strategien gegen Hass und Ausgrenzung im Internet vor. Die Veranstaltung versteht sich als Einladung, digitale Räume aktiv und verantwortungsvoll mitzugestalten.
Tickets: Vorverkauf 20 €, ermäßigt 10 €, Abendkasse 23 €.
Am Donnerstag, 19. März, um 19 Uhr folgt ein historisch-politischer Abend mit dem Historiker Thomas Hertfelder. Unter dem Titel „Mehr als Babylon Berlin – Was lehrt uns die Weimarer Republik heute?“ wirft er einen differenzierten Blick auf die erste deutsche Demokratie und diskutiert ihre Ambivalenzen im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen.
Tickets: Vorverkauf 20 €, ermäßigt 10 €, Abendkasse 23 €.